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<title>Mathilde (Lothringen)</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Mathilde (Lothringen)</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Mathilde</b> (* Sommer <a href="979" title="979">979</a>; † <a href="4._November" title="4. November">4. November</a> <a href="1025" title="1025">1025</a> auf Gut Aeccheze (<a href="Echtz" title="Echtz">Echtz</a>)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) war die dritte Tochter Kaiser <a href="Otto_II._(HRR)" title="Otto II. (HRR)">Ottos II.</a> und der Kaiserin <a href="Theophanu_(HRR)" title="Theophanu (HRR)">Theophanu</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Mathilde wurde bereits kurz nach ihrer Geburt in das damals sehr bedeutende <a href="Stift_Essen" title="Stift Essen">Stift Essen</a>, dem ihre etwa 30 Jahre ältere Cousine <a href="Mathilde_(Essen)" title="Mathilde (Essen)">Mathilde</a> als Äbtissin vorstand, zur Erziehung übergeben. Vermutlich glaubte man, für sie keinen ebenbürtigen Ehepartner hoher Abstammung zu finden und wollte ihr die Nachfolge als Äbtissin des Stifts ermöglichen. Auch Mathildes ältere Schwestern <a href="Adelheid_I._(Quedlinburg)" title="Adelheid I. (Quedlinburg)">Adelheid</a> und <a href="Sophia_(Gandersheim)" title="Sophia (Gandersheim)">Sophia</a> wurden in <a href="Quedlinburg" title="Quedlinburg">Quedlinburg</a> beziehungsweise <a href="Stift_Gandersheim" title="Stift Gandersheim">Gandersheim</a> erzogen und dort später Äbtissinnen. Auch Mathildes Erzieherin, die Essener Äbtissin Mathilde, war in dem Frauenstift erzogen worden, dem sie als Äbtissin vorstand.
</p><p>Rätselhaft erscheint daher, dass die Kaisertochter Mathilde einen völlig anderen Lebensweg nahm und als Mitglied der ersten Familie des <a href="Heiliges_R%C3%B6misches_Reich" title="Heiliges Römisches Reich">Reichs</a> einen scheinbar niederrangigen Adeligen heiratete, den <a href="Pfalzgraf" title="Pfalzgraf">Pfalzgrafen</a> <a href="Ezzo_(Lothringen)" title="Ezzo (Lothringen)">Ezzo von Lothringen</a>. Nach Angabe des <a href="Geschichtsschreiber" class="mw-redirect" title="Geschichtsschreiber">Geschichtsschreibers</a> <a href="Thietmar_von_Merseburg" title="Thietmar von Merseburg">Thietmar von Merseburg</a> erregte diese Heirat das Missfallen vieler, Mathildes Bruder <a href="Otto_III._(HRR)" title="Otto III. (HRR)">Otto III.</a> habe der Familie durch umfangreiche Schenkungen erst den angemessenen Lebensstandard sicherstellen müssen. Das Jahr der Hochzeit ist nicht genau feststellbar, diskutiert werden 991 und 993. Über die Gründe der unstandesgemäßen Hochzeit wird noch mehr gerätselt. Die Annalen des <a href="Abtei_Brauweiler" title="Abtei Brauweiler">Klosters Brauweiler</a>, der von Mathildes Gemahl und ihr gegründeten Familienstiftung der <a href="Ezzonen" title="Ezzonen">Ezzonen</a>, berichten die <a href="Anekdote" title="Anekdote">Anekdote</a>, der junge Otto III. habe Ezzo die Erfüllung eines Wunsches versprochen, wenn dieser ihn im <a href="Schach" title="Schach">Schach</a> schlage, worauf Ezzo den Wunsch geäußert habe, Mathilde heiraten zu dürfen. Die Kaiserin Theophanu habe der Heirat zugestimmt, da die Umstehenden am Hofe in dem Sieg ein <a href="Gottesurteil" title="Gottesurteil">Gottesurteil</a> erblickt hätten. Ezzo habe dann Mathilde aus dem Essener Stift geholt, dessen Äbtissin Mathilde sich vergeblich geweigert habe, das Mädchen herauszugeben. Spätere romantische Ausschmückungen behaupten sogar, Ezzo habe sich zuvor heimlich in die junge Mathilde verliebt oder habe sie gar mit Waffengewalt aus dem Kloster geholt, was erst nachträglich durch das Schachspiel legalisiert worden sei.
</p><p>Die Geschichte über das gewonnene Schachspiel ist mit Sicherheit erfunden, zutreffen werden lediglich der Umstand, dass Theophanu der Hochzeit zustimmte, und die Abneigung der Essener Äbtissin, Mathilde verheiratet zu sehen, da das Stift Essen mit ihr die designierte Nachfolgerin aus dem Kaiserhaus verlor. Ohne die Zustimmung Theophanus wäre die Heirat mit Sicherheit nicht geschehen, es ist sogar anzunehmen, dass diese Heirat ein Mittel ihrer Politik zur Sicherung der Macht Ottos III. war. So niederrangig, wie es erscheint, war Ezzo oder genauer dessen zur Zeit der Eheschließung noch lebender Vater, nicht. Die Familie verfügte über umfangreiche Besitzungen am Niederrhein und an der unteren Mosel, möglicherweise war sie bereits zu den Zeiten der <a href="Karolinger" title="Karolinger">Karolinger</a> Reichsadel gewesen. Ezzos Mutter stammte aus dem Geschlecht der schwäbischen Herzogsfamilie. An Reichtum und Gefolgsleuten stand Ezzos Familie einem Herzog gleich, und ihre Gebiete lagen zudem an der westlichen Grenze des Reiches. Durch die Eheschließung Mathildes mit Ezzo band Theophanu diese mächtige Familie an ihre Politik und an das Geschlecht der Ottonen.
</p><p>Auch wenn die schönen Geschichten von der durch das Schachspiel legalisierten Liebesheirat erfunden sind, war die Ehe zwischen Mathilde und dem zwanzig Jahre älteren Ezzo wohl glücklich. In jedem Fall war sie mit zehn Kindern ausgesprochen fruchtbar:
</p>
<ul><li><a href="Liudolf_(Ezzonen)" title="Liudolf (Ezzonen)">Ludolf von Brauweiler und Waldenburg</a> († 1031)</li>
<li><a href="Otto_II._(Schwaben)" title="Otto II. (Schwaben)">Otto</a> († 1047), Pfalzgraf von Lothringen 1035–1045 und Herzog von Schwaben zwischen 1045 und 1047</li>
<li><a href="Hermann_II._(K%C3%B6ln)" title="Hermann II. (Köln)">Hermann II.</a> († 1056), Erzbischof von Köln (1036–1056)</li>
<li><a href="Richeza_(Polen)" title="Richeza (Polen)">Richeza</a> (um 994, † 1063) – 1013 verheiratet mit <a href="Mieszko_II._Lambert" title="Mieszko II. Lambert">Mieszko II. Lambert</a>, König von Polen († 1034)</li>
<li><a href="Theophanu_(Essen)" title="Theophanu (Essen)">Theophanu</a>, Äbtissin von Essen und <a href="Stift_Gerresheim" title="Stift Gerresheim">Stift Gerresheim</a></li>
<li>Sophia/Sophie († vor 1031)</li>
<li>Mathilde, Äbtissin von Dietkirchen und <a href="Stift_Vilich" class="mw-redirect" title="Stift Vilich">Vilich</a></li>
<li>Adelheid, Stiftsdame, möglicherweise Äbtissin in Nijvel (<a href="Nivelles" title="Nivelles">Nivelles</a>)</li>
<li><a href="Ida_(St._Maria_im_Kapitol)" title="Ida (St. Maria im Kapitol)">Ida</a>, Äbtissin von <a href="St._Maria_im_Kapitol" title="St. Maria im Kapitol">St. Maria im Kapitol</a> in Köln und des <a href="Kloster_Brunshausen" title="Kloster Brunshausen">Gandersheimer Marienklosters</a></li>
<li>Heylwig/Heilwig, Äbtissin von Neuss, Dietkirchen und Villich.</li></ul>
<p>Die Mitgift, die Mathilde von ihrem Bruder Otto III. erhielt, wurde nach dessen Tode von <a href="Heinrich_II._(HRR)" title="Heinrich II. (HRR)">Heinrich II.</a>, seinem Nachfolger, unberechtigt eingezogen, wobei ungeklärt ist, ob dieses damit zusammenhängt, dass Mathildes Söhne blutsmäßig näher mit Otto III. verwandt waren als Heinrich II. Dieses unrechtmäßige Handeln Heinrichs trieb Mathildes Mann in eine zehnjährige Opposition gegen Heinrich, die erst endete, nachdem Ezzo ein von Heinrich ausgeschicktes Heer 1012 in der Schlacht bei Odernheim vernichtend geschlagen hatte. Zudem förderte die Aussöhnung, dass Heinrich seine Ostpolitik durch eine standesgemäße Heirat einer Prinzessin mit dem polnischen König absichern wollte. Da er selbst jedoch kinderlos war, benötigte er dazu eine Tochter seines bisherigen Gegners. Zu den Gütern, die die Ezzonen bei dieser Aussöhnung erhielten, gehörten <a href="Duisburg" title="Duisburg">Duisburg</a>, <a href="Kaiserswerth" title="Kaiserswerth">Kaiserswerth</a> und <a href="Saalfeld/Saale" title="Saalfeld/Saale">Saalfeld</a>.
</p><p>Mathilde starb 1025 anscheinend unerwartet während eines Besuches bei Ezzos Bruder Hermann, während Ezzo in Aachen eine Versammlung des lothringischen Adels abhielt, und wurde im Kloster Brauweiler, das sie und Ezzo gestiftet hatten, begraben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Tomburg" title="Tomburg">Tomburg</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Gerd_Althoff" title="Gerd Althoff">Gerd Althoff</a>: <cite style="font-style:italic">Mathilde 3</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Lexikon_des_Mittelalters" title="Lexikon des Mittelalters">Lexikon des Mittelalters</a> <i>(LexMA)</i></cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>6</span>. Artemis & Winkler, München/Zürich 1993, ISBN 3-7608-8906-9, <span style="white-space:nowrap">Sp.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>392</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Mathilde+%28Lothringen%29&rft.atitle=Mathilde+3&rft.au=Gerd+Althoff&rft.btitle=Lexikon+des+Mittelalters+%28LexMA%29&rft.date=1993&rft.genre=book&rft.isbn=3760889069&rft.place=M%C3%BCnchen%2FZ%C3%BCrich&rft.pub=Artemis+%26+Winkler&rft.volume=6" style="display:none"> </span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110604204615/http://www.genealogie-mittelalter.de/liudolfinger_ottonen/ottonen/mathilde_pfalzgraefin_von_lothringen_1025_liudolfinger_ezzonen/mathilde_pfalzgraefin_von_lothringen_+_1025.html">Mathilde bei genealogie-mittelalter.de</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 4. Juni 2011 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Fußnoten"><span id="Fu.C3.9Fnoten"></span>Fußnoten</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Nach Schwennicke, <a href="Europ%C3%A4ische_Stammtafeln" title="Europäische Stammtafeln">Europäische Stammtafeln</a> Band I.1 (2005) Tafel 10 und Band I.2 (1999), Tafel 201. Die Identifizierung von <i>Aeccheze</i> mit <a href="Esch_an_der_Sauer" class="mw-redirect" title="Esch an der Sauer">Esch an der Sauer</a>, wie sie bei <i>genealogie-mittelalter</i> vorgenommen wird, muss falsch sein: Mathilde starb am 4. des Monats und wurde am 7. (Trillmich) begraben – die Entfernung zwischen Esch an der Sauer und Brauweiler beträgt rund 180 Kilometer, die damals innerhalb von drei Tagen nicht zu schaffen waren; die Entfernung von Düren-Echtz nach Brauweiler liegt bei 40 Kilometern. Echtz passt auch besser als Esch an der Sauer zu Mathildes Schwager Hermann, dem Grafen im <a href="Z%C3%BClpichgau" title="Zülpichgau">Zülpichgau</a>. Das <a href="Lexikon_des_Mittelalters" title="Lexikon des Mittelalters">Lexikon des Mittelalters</a>, <a href="Eduard_Hlawitschka" title="Eduard Hlawitschka">Eduard Hlawitschka</a>, <a href="Werner_Trillmich" title="Werner Trillmich">Werner Trillmich</a> und Emil Kimpen halten sich den Punkt offen, indem sie lediglich Aeccheze mit Esch gleichsetzen, aber nicht sagen, welches Esch sie meinen.</span>
</li>
</ol>
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Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/137969023">137969023</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/86128486/">86128486</a></span> | </div>
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